Haftpflichtmanagement aus verschiedenen Blickwinkeln

In Gesund­heits­ein­rich­tun­gen zu arbei­ten bedeu­tet, Gefah­ren zu erken­nen, zu mini­mie­ren und bes­ten­falls aus­zu­schlie­ßen. Und damit sind nicht nur die Risi­ken für Pati­en­ten und Bewoh­ner gemeint, die natur­ge­mäß mit einer medi­zi­nisch-pfle­ge­ri­schen Behand­lung ein­her­ge­hen. Viel­mehr geht es auch um die Prä­ven­ti­on von Gefah­ren, die durch ein unzu­rei­chen­des Haft­pflicht­ma­nage­ment ent­ste­hen kön­nen – und damit die Exis­tenz der Ein­rich­tung essen­zi­ell bedro­hen.

Unter dem Mot­to “Prä­ven­ti­on durch Infor­ma­ti­on” hat­ten sich 50 Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer aus dem gesam­ten Bun­des­ge­biet und aus den ver­schie­dens­ten Sek­to­ren des deut­schen Gesund­heits­we­sens zusam­men­ge­fun­den, um genau die­ses The­ma aus unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven zu beleuch­ten: Neben dem Qua­li­täts- und Risi­ko­ma­nage­ment nahm dabei das Beweis­last­ma­nage­ment eine zen­tra­le Stel­lung inner­halb der Ver­an­stal­tung ein.

Den Auf­takt mach­te Prof. Dr. Mar­cus Sie­bolds von der Katho­li­schen Hoch­schu­le NRW mit ver­schie­de­nen Aspek­ten des Qua­li­täts­ma­nage­ments: Neben den Fall­stri­cken, die ein effek­ti­ves Qua­li­täts­ma­nage­ment behin­dern kön­nen, ver­wies er auf die not­wen­di­gen mana­ge­ri­el­len Ent­schei­dun­gen, um die­sen zu begeg­nen. Ergän­zend hier­zu ging sein Hoch­schul­kol­le­ge, der Köl­ner Haf­tungs­recht­ler Prof. Dr. Vol­ker Groß­kopf, auf die beson­de­ren Mög­lich­kei­ten des Fall­ma­nage­ments zur Abwehr zivil­recht­li­cher Inan­spruch­nah­men ein.

Wie zuvor Groß­kopf beton­te auch Micha­el Schanz, Chef­re­dak­teur der “Rechts­de­pe­sche für das Gesund­heits­we­sen”, in sei­ner Lehr­ver­an­stal­tung die Pro­ble­ma­tik des Beweis­last­ma­nage­ments. Nach sei­ner Auf­fas­sung ist es für Ein­rich­tungs­ver­ant­wort­li­che heut­zu­ta­ge uner­läss­lich, sich mit den pro­zes­sua­len Beson­der­hei­ten aus­ein­an­der­zu­set­zen, um der Scha­dens­er­satz­ge­fahr wir­kungs­voll ent­ge­gen­tre­ten zu kön­nen.

Dass einer Orga­ni­sa­ti­on auch aus dem Bereich des Arbeits­rechts (ver­meid­ba­re) Gefah­ren dro­hen, mach­te der erfah­re­ne Rechts­an­walt Hubert Klein deut­lich. Dem­ge­gen­über gab Mar­co Di Bel­la einen Aus­blick auf zukünf­ti­ge For­men der Gesund­heits­dienst­leis­tung und der Zusam­men­ar­beit zwi­schen Medi­zin und Pfle­ge, die sich aus der aktu­el­len Reform­ge­setz­ge­bung abzeich­nen.

Das dich­te Pro­gramm wur­de abge­run­det durch Work­shops von Axel Schirp (HDI-Ger­ling), Mona Speck (Sie­wa Home­ca­re) und Ste­fan Glau (Jalo­med) sowie durch einen Besuch bei der größ­ten pri­va­ten Kli­nik­grup­pe Spa­ni­ens (Hos­pi­ten), in denen spe­zi­fi­sche Stra­te­gien zur Haf­tungs­ver­mei­dung aus Sicht der jewei­li­gen Unter­neh­men vor­ge­stellt und dis­ku­tiert wur­den. Neben die­sen viel­fäl­ti­gen Inhal­ten sol­len aber die zahl­rei­chen Gesprä­che zwi­schen den Teil­neh­mern unter­ein­an­der und mit den Refe­ren­ten nicht uner­wähnt blei­ben: Denn erst durch die ganz spe­zi­el­le Atmo­sphä­re der Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tung auf Gran Cana­ria, fern­ab von den all­täg­li­chen ope­ra­ti­ven Tätig­kei­ten, wur­de die Mög­lich­keit geschaf­fen, über den eige­nen Tel­ler­rand zu bli­cken.

Die­ser Bei­trag erschien erst­mals in der Fach­zeit­schrift Rechts­de­pe­sche.