Händedesinfektion verhindert Infektionen – unnötiges Händewaschen ist zu vermeiden

Mit einer kla­ren Posi­ti­on hat der Alt­prä­si­dent der Deut­schen Gesell­schaft für Kran­ken­haus­hy­gie­ne Prof. Dr. Axel Kra­mer den IWC 2010 am 25. Novem­ber eröff­net.

Vor rund 800 Teil­neh­mern wider­sprach er pro­vo­ka­tiv der im Gesund­heits­we­sen gän­gi­gen Mei­nung “Hän­de müs­sen erst gewa­schen wer­den” und warb statt­des­sen für eine ver­mehr­te Hän­de­des­in­fek­ti­on. Die­se kön­ne die Häu­fig­keit “Health Care asso­zi­ier­ter Infek­tio­nen” signi­fi­kant sen­ken, so Kra­mer. Zu häu­fi­ges Waschen sei hin­ge­gen kon­tra­pro­duk­tiv, da es die Haut schä­digt und sie damit anfäl­lig für Krank­heits­er­re­ger macht. “Die Hän­de zu waschen ist nur erfor­der­lich bei Dienst­be­ginn, bei sicht­ba­rer Ver­schmut­zung und nach Toi­let­ten­be­nut­zung”, stell­te er klar.

Auch zu den unter­schied­li­chen vor­han­de­nen Mit­teln zur Wund­des­in­fek­ti­on bezog Kra­mer deut­lich Stel­lung: Jede aku­te Wun­de sei so zu behan­deln, dass sie ohne nach­fol­gen­de Wund­in­fek­ti­on “per pri­mam” hei­le, die Her­aus­for­de­rung bei jeder chro­ni­schen Wun­de bestehe hin­ge­gen dar­in, sie in eine hei­len­de Wun­de zu über­füh­ren. “Dabei darf grund­sätz­lich nichts in eine Wun­de gege­ben wer­den, was nicht auch ins Auge gege­ben wer­den könn­te”, for­der­te Prof. Kra­mer.

Der IWC-Initia­tor und Rechts­wis­sen­schaft­ler Prof. Dr. Vol­ker Groß­kopf stell­te die neu­en haf­tungs­recht­li­chen Risi­ken dar, die sich im moder­nen Wund­ma­nage­ment erge­ben kön­nen.

In einer direk­ten Reak­ti­on hier­auf wies auch Rechts­an­walt Ste­fan Knoch aus dem Vor­stand des inter­na­tio­na­len Ver­si­che­rungs­mak­lers Asse­ku­ranz AG aus Luxem­bourg auf bestehen­de Lücken in der haf­tungs­recht­li­chen Absi­che­rung hin. Vie­le Auf­ga­ben in der Wund­ver­sor­gung, z.B. Nekro­sen­ent­fer­nung oder Kom­pres­si­ons­the­ra­pie, wür­den von den Aus­bil­dungs­ge­set­zen in der Pfle­ge nicht abge­bil­det.

“In einem Scha­dens­fall kann dies zum Ergeb­nis füh­ren, dass die aus­ge­üb­te Tätig­keit ver­si­che­rungs­recht­lich nicht unter den Haft­pflicht­schutz fällt”, warn­te Knoch und sprach sich für spe­zia­li­sier­te Ver­si­che­rungs­lö­sun­gen für das Wund­ma­nage­ment aus. Ent­spre­chend gro­ßes Inter­es­se brach­ten die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer einer der­art zuge­schnit­te­nen Haft­pflicht­ver­si­che­rung ent­ge­gen, die der im Gesund­heits­we­sen breit ver­an­ker­te Ver­si­che­rer HDI-Ger­ling Fir­men und Pri­vat Ver­si­che­rung AG im Umfeld des IWC vor­stell­te. Sie deckt die beson­de­ren Risi­ken einer pfle­ge­ri­schen Wund­ver­sor­gung umfas­send ab und setzt auf Feh­ler­re­duk­ti­on durch eine inten­si­ve Qua­li­täts­ent­wick­lung zur Stei­ge­rung der Pati­en­ten­si­cher­heit.

Der jähr­lich in den Köl­ner Sar­to­ry-Sälen ver­an­stal­te­te IWC zählt zu den größ­ten Fach­kon­gres­sen rund um das The­ma Wun­de. Wei­te­re inhalt­li­che Schwer­punk­te wur­den in die­sem Jahr zu den Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen Ernäh­rung und Wund­be­hand­lung sowie zu Tech­ni­ken des Débri­de­m­ents gesetzt.

Die­ser Bei­trag erschien erst­mals in der Fach­zeit­schrift Rechts­de­pe­sche.