Rechtsseminar Fixierungen/FEM

Weder Freiheit berauben noch bei Stürzen haften – Patientenrechte und Werdenfelser Weg verstehen

Die rechtlichen Hintergründe verstehen und dadurch im Umgang mit freiheitsentziehenden Maßnahmen (FEM) sowie mit Angehörigen, Betreuern, Krankenkassen und Medizinischem Dienst sicher sein.

Pflegekräfte und Ärzte – nicht nur im Bereich der Psychiatrie und der Altenpflege – stehen immer wieder vor dem Problem, unruhige, verwirrte oder sturzgefährdete Patienten und Bewohner ruhigstellen oder absichern zu müssen.

Medikamente, Fixierungen, Bettgitter, Gurte oder ähnliche Maßnahmen stellen das scheinbar sicherste Mittel dar, um Fremd- und Eigengefährdungen – vor allem Sturzgefahren – zu begegnen. Demgegenüber zeigen Artikel in Fachzeitschriften, Berichte in der Presse und praktische Monierungen von Richtern, Medizinischem Dienst (MDK) und Heimaufsicht beständig das Problem von unzulässigen Freiheitsberaubungen auf.

Der DNQP-Expertenstandard „Sturzprophylaxe in der Pflege“, Projekte wie „ReduFix“®, Richtermodelle wie der „Werdenfelser Weg“ sowie das Straf- und das Betreuungsrecht wollen sämtliche Fixierungen vermieden sehen. Auf der anderen Seite kann ein infolge eines Sturzereignisses erlittener Oberschenkelhalsbruch schnell Schadensersatzforderungen von gut 100 000,– Euro gegen die Einrichtung sowie gegen das pflegerische und medizinische Personal erzeugen.

Unser Referent entwirrt das schizophrene Geflecht und zeigt die unterschiedlichen Strukturen des Straf-, Betreuungs- und Schadensersatzrechts im Bereich der Schutzfixierungen auf und vermittelt Klarheit und Rechtssicherheit darüber unter welchen rechtlichen Voraussetzungen eine Fixierung verboten bzw. zulässig und wann sie sogar verpflichtend geboten ist.


Programm

10.00 Basiswissen Freiheitsberaubung/„Freiheitsentziehende Maßnahmen“
  • Juristische Definitionen und die Fälle der Fixierungen/FEM in der Praxis
  • Rechtsverletzungen durch Fixierungen/FEM, straf- und zivilrechtliche Konsequenzen
  • Die Besonderheiten bei Einwilligungserklärungen durch Bevollmächtigte
  • Die Einwilligungserklärung von Betreuten
12.00 Mittagspause

13.00 Die rechtssichere Umsetzung einer Fixierung
  • Der richtige Umgang mit Betreuern/Bevollmächtigten und Betreuungsgericht
  • Die „Besonderheiten“ beim Werdenfelser Weg
  • Fixierungen/FEM ohne oder gegen den Willen des Betreuers und ohne Betreuungsgericht
  • Notfallkompetenzen von Pflegekräften und Ärzten
14.45 Pause
 
15.15 Die zivilrechtliche Pflicht zur Fixierung / Schadensersatz bei Sturz
  • Sorgfaltsanforderung: Grenzen und Pflichten zur Fixierung Gefährdeter
  • Folgen fehlerhaft unterlassener Fixierung
  • Verhalten bei Weigerungen des Patienten/Bewohners
  • Anordnungskompetenz und Durchführungsverantwortung bei der Fixierung
  • Hinweise auf die lehrreichen Neuerungen im PsychKG NRW
  • Ratschläge zu hausinternen Standards oder Dienstanweisungen
16.30 Ihre letzten Fragen und Ausklang des Seminars

Online-Anmeldung für Köln

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Rechtsseminar 2017 – Fixierungen

Veranstaltungstermine und -orte

12.10.2017 Köln

Teilnahmegebühren

229,- Euro Normalpreis
189,- Euro Bei mehreren Teilnehmern eines Unternehmens; Preis ab dem 2. Teilnehmer
189,- Euro Vorzugspreis für Abonnenten der „Rechtsdepesche für das Gesundheitswesen“
139,- Euro Vorzugspreis für Studenten

Im Preis inbegriffen sind Seminarunterlagen, ein Zertifikat, ein Mittagsimbiss sowie Pausengetränke. Anfallende
Kosten für Anreise und Übernachtung sind im Preis nicht inbegriffen.

Allgemeine Geschäftsbedingungen